Mama weint

Eigentlich sollte ich mich freuen. Eigentlich wird mir eine große Last von den Schultern genommen. Eigentlich.

Nachdem wir gestern auf einer Homepage eine Anzeige geschaltet haben, dass wir eine Tagesmutter oder Nanny suchen, waren wir ziemlich ernüchtert. Keines der Profile sagte uns wirklich zu. Niemandem würden wir dem ersten Eindruck nach unsere Kinder anvertrauen, geschweige denn in unser Haus lassen. Mit Bauchschmerzen gingen wir ins Bett.

Während ich einen Ausflug mit den Kindern und meiner Schwester C. ins Möbelhaus machte, klemmte mein Mann sich ans Telefon und rief das Jugendamt an. Und siehe da, er wurde fündig. Er hat tatsächlich zwei Kitas aufgetan, die noch zwei Plätze frei haben. Bei der einen sind es zwei volle Plätze (Mo-Fr 7.30-15 Uhr), bei der anderen sind es teilweise Plätze, die sehr gestückelt sind. Kommenden Donnerstag schauen wir uns die Kita an, die unsere Mäuse täglich nehmen würde. Damit wäre das Thema „Vorkindergartengruppe“ hinfällig, aber ganz ehrlich: Ich will es Hannah auch nicht zumuten, zwei Einrichtungen zu besuchen, das würde sie völlig verwirren. Und in die Kita würde sie zusammen mit Oskar gehen, das erleichtert dann vielleicht doch etwas.

Alles super, oder?! Aber warum schmerzt dann mein Herz so sehr?!😢 Wahrscheinlich weil wieder eine Veränderung im Anmarsch ist und ich damit nicht gut umgehen kann. Weil ich nicht so entscheidungsfreudig bin. Weil ich das Beste für alle will. Weil ich mich wie eine Rabenmutter fühle. Weil, weil, weil…

Ich höre jetzt mal auf, auf so hohem Niveau zu jammern (Job: Check! Kinderbetreuung: Check! – Ich habe wohl einen Knall, dass ich rumjammere!!!) und schlafe eine Runde. Morgen sieht die Welt dann schon wieder anders aus. Und wenn nicht morgen, dann in 2-3 Monaten, wenn wir uns alle an die neue Situation gewöhnt haben.

Zwischen Euphorie und Panikattacke

Es ist doch tatsächlich passiert: Ich habe eine Stelle bekommen und werde ab September Vollzeit als Grundschullehrerin arbeiten.

Einerseits freue ich mich riesig auf die Arbeit und die neue Herausforderung. Andererseits habe ich Panik. Panik, weil ich noch nie an einer Grundschule unterrichtet habe. Panik, weil ich noch keine Betreuung für meine Kinder gefunden habe. Panik, weil ich nicht weiß, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe.

Da liegt mein kleiner Bub nun schlafend im Bettchen neben mir und mir bricht das Herz, weil ich ihn ab September abgeben soll.😢 Zu seinem ersten Geburtstag bekommt er einen Rucksack geschenkt, den er gestern schon mal anprobiert hat. Da stand der kleine Mann bei uns im Wohnzimmer und war stolz wie Bolle, aber ich hätte heulen können. Mein Mama-Herz… Aber es ist eben auch eine große Chance für mich…

Wieder da!

Wir sind wieder da!😊 Unsere Abwesenheit hatte eine Grund, wir waren nämlich im Urlaub!☀️🏖 🇮🇹 

Am Sonntag, den 2. Juli, sind wir nach Sardinien geflogen, wo meine Familie ein Haus besitzt. Was habe ich es im Vorfeld bereut, dass wir fliegen würden, anstatt Auto und Fähre zu fahren. Ganz ehrlich, der Flug war auch sehr anstrengend. Oskar wollte nicht still sitzen und Hannah sich nicht anschnallen lassen. Aber irgendwann sind beide Kinder eingeschlafen und dann war es doch recht entspannt. In Olbia angekommen mussten wir sage und schreibe 3 (!) Stunden auf den Mietwagen warten!😒 Es war einfach die Hölle los! Aber irgendwann hatten wir unser Auto, haben es beladen und sind zum Haus gefahren. Auf dem Weg haben wir noch schnell das nötigste eingekauft und damit war der erste Tag quasi auch schon erledigt. Abends hat mein Mann noch Pizza geholt und Hannah durft bis 22 Uhr auf bleiben. Wir haben zusammen die Sterne angeschaut und Lieder gesungen, das war richtig schön.💕

Am Montag sind wir nach einkaufen, Frühstück und Mittagsschlaf an den Strand (La Cinta) gefahren. Dort angekommen, mussten wir uns erstmal durchwühlen, um einen Platz zu finden. Als endlich die Strandmuscheln stand und die Handtücher lagen, begann Hannah zu nörgeln. Sie fand alles doof: Sand zu sandig, Sonne zu hell, Wasser zu nass, alles blöd.😖 Etwas Abwechslung brachte ein Thunfisch, der sich ins flache Wasser verirrt hatte und von Rettungsschwimmern und Helfern wieder zurückgeleitet werden sollte. Zeitweise sah es so aus, als würde die Rettung des Fischs mindestens zehn Italienern das Leben kosten, aber irgendwie haben sie es geschafft, das Tier wieder in die Tiefe zu schicken. Wir sind danach nach Hause gefahren, denn mit einer dauermeckernden Hannah und einem Sand essenden Oskar war dieser erste Strandbesuch reichlich unentspannt.🙈 Zuhause ließen wir den Abend entspannt ausklingen.

Nachdem es an diesem Strand überhaupt nicht funktioniert hatte, fuhren wir am nächsten Tag nach Brandinchi. Das ist ein deutlich kleinerer Strand, der sehr geschützt mit einer vorgelagerten Insel liegt, sodass es kaum Brandung gibt. Auch ist der Sandstreifen viel schmaler, man liegt also fast immer direkt am Wasser oder zumindest in zweiter Reihe. Und siehe da, Madame war begeistert. Gut, auf Sand wollte sie immer noch nicht laufen, aber das war kein Problem. Dafür war sie unglaublich gerne im Wasser. Selbst für Oskar war das Baden im Meer hier in Ordnung, denn die Wassertemperatur war sehr angenehm. Von den drei Stunden, die wir täglich am Strand verbrachten, wurden mindestens zwei badend verbracht. Hannah hat das auch wirklich super gemacht: Sie hat keine Schwimmflügel getragen und sich trotzdem ab und an gleiten lassen. Wäre es nach ihr gegangen, dann hätten wir auch länger am Strand bleiben können, aber für Oskar reichten drei Stunden völlig. Und auch für die Haut der Kinder: Trotz UV-Schutzanzügen, Sonnencreme mit LSF 50+ und Nachmittagssonne haben beiden Kinder ganz braune Arme und Beine bekommen. Obwohl wir jeden Tag ein großes Arsenal an Eimern, Schaufeln und Förmchen mitschleiften, wurde nie so richtig im Sand gespielt. Hannah, die alte Diva, wollte partout keinen Sand an ihrem Körper haben und Oskar, der meist schon zwei Sekunden nach der Ankunft am Meer aussah wie ein Kinderschnitzel, ist einfach noch zu klein. Dem reichte es völlig, wenn er Bulldozer gleich über den Strand krabbeln konnte, immer mal wieder eine Hand voll in den Mund stecken konnte und ansonsten in Ruhe gelassen wurde.

Um auch am Haus etwas Entertainment zu haben, hatten wir ein Planschbecken mitgenommen, in dem eifrig gespielt wurde. Wir hatten es schattig auf unserer Terrasse aufgestellt, sodass die Kinder prima dort spielen konnten. Ich glaube, die Terrasse war nie so sauber wie in der Zeit, in der wir da waren, denn ständig wurde Wasser drüber gekippt und musste von meinem Mann oder mir weggekehrt…😅

Insgesamt hat sich sehr schnell ein fester Rhythmus eingestellt: So gegen 8 Uhr sind wir aufgestanden. Nachdem alle fertig angezogen waren, wurde entweder einkaufen gegangen (d.h. Oskar und ich haben eingekauft, mein Mann musste mit Hannah schaukeln gehen) oder am Haus gespielt. Gegen 11 Uhr wurde Mittagsschlaf gemacht, mein Mann und ich haben in aller Ruhe gefrühstückt und danach gelesen. Um 13.30 Uhr wurden die Kinder geweckt, umgezogen und eingecremt, um 14.30 Uhr waren wir dann meist am Strand. Nach ausgiebigem Baden, ging es um 17.30 Uhr nach Hause zum duschen, Abendessen und schlafen. Ab 20 Uhr hatten wir meist unsere Ruhe und konnten den Abend auf der Terrasse genießen.😊

Einen Aufreger gab es am Ende noch. Am letzten Abend, als ich den Mietwagen putzte, entdeckte ich Rauch – es brannte! Ich informierte einen Bekannten, der wiederum die Feuerwehr alarmierte. Der Berg unweit unserer Anlage brannte! Zunächst machten wir uns keinen großen Kopf, sondern beobachteten das Geschehen eher interessiert. Doch der warme Wind fachte die Flammen so sehr an, dass wir von der Polizei aufgefordert wurden, die Häuser zu verlassen. Herrlich, die Kinder waren gerade eingeschlafen, wir waren am packen und sollten evakuiert werden. Da wir nicht wussten, ob wir nochmal ins Haus könnten vor dem Abflug (8.25 Uhr am nächsten morgen), packten wir im Eilverfahren alles ein und mussten dann los. Im Mietwagen warteten wir dann bis 2 Uhr nachts. Dann endlich durften wir nochmal ins Haus. Aber bereits um 4.30 Uhr war die Nacht schon wieder zu Ende uns es ging an den Flughafen.

Dort dann der nächste Spaß. Wir hatten zwar bereits am Mittwoch eingecheckt und uns die erste Reihe reserviert, das interessierte die Tussi am Schalter aber wenig. Sie verkündete, dass Oskar, meine Mann und ich in der ersten Reihe, Hannah in der sechsten Reihe sitzen würden. Ja nee, ist klar.😂 Dann setzte sie meinen Mann und Hannah in Reihe 6 (nach einer Diskussion) und Oskar und mich in die erste Reihe. Im Flugzeug erklärte ich die Problematik der Crew, die unglaublich lieb und nett und zuvorkommend war. Aus bis heute nicht geklärten Umständen waren die beiden Plätze neben mir frei, sodass wir doch alle nebeneinander sitzen konnten.😊 

Tja, jetzt sind wir wieder Zuhause und es gibt ganz viel Neues zu berichten.

Schlaflos

Ich bin müde, sehr müde. Beide Kinder schlafen, ich liege im Bett und was ist?! Ich kann nicht einschlafen! Es klappt irgendwie nicht!🙈 Und je länger ich nicht einschlafen kann, desto schlimmer wird es, weil ich dauernd dran denken muss, dass Oskar wahrscheinlich spätestens um 5 Uhr auf der Matte stehen wird. Dann rechne ich aus, wie lange ich noch etwa schlafen kann, gerate völlig in Stress und kann – na klar – nicht einschlafen. Absoluter Teufelskreis.

Leider ist zur Zeit auch Nachtdienst angesagt, weshalb ich die frühaufstehende, quakende Dramaqueen nicht bei meinem Mann abladen kann…🙄

Also auf ein neues: Gute Nacht!

Sind das Zwillinge?

Zwei Wochen ist mein letzter Beitrag nun schon wieder her.🙈 Aber irgendwie ist zur Zeit so viel los, ich komme einfach nicht zum schreiben. Aber es wird besser werden.

Die Wochenrückblicke werde ich auf Monatsrückblicke umstellen – ich schaffe es ja leider doch nicht, jede Woche zu berichten, und das nimmt etwas den Druck raus.👍🏻

Das Schlimme ist eigentlich, dass ich so viele Ideen habe und auch oft im Alltag denke, dass ich über das und das dringend schreiben muss, aber es dann doch nicht schaffe.🙈 Für die Zukunft nehme ich mir vor, wieder öfter kleine Alltagseinträge zu verfassen.

Jetzt zu meinem eigentlichen Thema:

Letztens waren wir im Freibad und wurden dort von etwas seltsamen Mann angesprochen. Er war uns vorher schon aufgefallen, weil er alleine da war, sich im Kleinkinderbereich aufhielt und ständig Leute anquatschte, so auch meinen Mann. Nachdem er unsere Kinder gemustert hatte (Hannah schüttete Wasser mit einer Gießkanne in einen Eimer, Oskar krabbelte durchs Becken) fragte er allen Ernstes, ob es Zwillinge seien. Als mein Mann dies verneinte, begann er einen seltsamen Monolog über das Stillen und Verhüten – echt jetzt?! Ich habe mich selten so unwohl gefühlt. Schließlich kannte diese Hobby-Gynäkologe uns doch gar nicht!🙈 Glücklicherweise verzog sich der Spinner irgendwann und nervte ein anderes Paar.

Als ich am nächsten Tag beim Discounter an der Kasse stand, fragte mich die Kassiererin ebenfalls, ob das Zwillinge seien – eins spricht (na ja, zumindest ein bisschen) und läuft, eins brabbelt nur und sitzt recht hilflos im Einkaufswagen, aber klar, sind Zwillinige. Eineiige natürlich.😜  Noch zwei weitere Male bin ich auf die Kinder angesprochen worden und jedes Mal, wenn ich sagte, dass es keine Zwillinge seien, wurde mit einem Unterton gesagt, dass sie dann aber seeeeehr nah beieinander seien. Ja, wir hatten Sex, können sich jetzt bitte mal alle wieder beruhigen?!🙄 Als hätten wir etwas unanständiges getan, indem wir innerhalb von 17 Monaten zwei Kinder bekommen haben…

Das beste war eine alte Frau, die im Anschluss an das Zwillingsthema nach dem Namen meiner Tochter fragte. Als ich ihn ihr gesagt hatte, betonte sie, wie schön sie ihn fände, das wäre auch ihr Favorit für eine Tochter gewesen. Als ich ihr Oskars Namen verriet, kam nur: „Ja, den hört man jetzt öfter.“😂😂😂 Hat ihr wohl nicht gefallen…

10 Monate O 💙 S 💙 K 💙 A 💙 R

Am 6.06. ist Oskar 10 Monate alt geworden! Mein Baby ist bald keins mehr!😢 

Lieber Oskar,

in zwei Monaten wirst du schon ein Jahr alt! Vermutlich rennst du dann schon wie der Blitz durch unser Haus und schnappst deiner großen Schwester alle Spielsachen weg! 

Du bist jetzt schon ein richtig frecher Junge, der weiß, was er will und versucht, seine Ziele mit vollem Körpereinsatz zu erreichen! Das mag Hannah gar nicht, deswegen fließen oft die Tränen – bei euch beiden! Insgesamt hast du zur Zeit sehr nah am Wasser gebaut: Sobald ich mich von dir wegbewege, schreist du wie am Spieß!

Du hast mittlerweile fünf Zähnchen, trägst Kleidergröße 86/92, hast dichtes dunkles Haar und große braune Augen (wo du das nur her hast?!). Du lachst viel und gerne und flirtest wahllos mit jedem.🙈 Du liebst es, zu Menschen Körperkontakt aufzunehmen, streichelst andern gerne durchs Gesucht, hältst Händchen, magst es, wenn man seine Wange an deine legt und wenn Hannah und du Abends euer Fläschchen zeitgleich bekommt, dann spielst du gerne mit ihrem Haar – funktioniert leider immer nur sehr kurz, denn sie hasst es.🙈 So gerne du Menschen streichelst, so gerne haust du auch! Manchmal stehtst du im Raum und haust einfach in der Luft herum – einfach um des Hauens Willen, vermute ich.

Du bist mittlerweile ein richtiger Klettermaxe! Kaum kannst du dich hinstellen, beginnst du auch schon die Treppe zu erklimmen! Dabei bist du sehr risikobereit und tust dir dementsprechend oft weh (letztens bist du so unglücklich gestürzt, dass du aus Mund und Nase gleichzeitig geblutet hast!). Wenn du nicht gerade kletterst oder stehst, dann krabbelst du in einem Affenzahn umher.

Du schläfst gut (nachts von 18.30 Uhr – 22.30 Uhr und von 22.45 Uhr – 6.30 Uhr, tagsüber im Buggy von 12-14 Uhr), spuckst aber nach wie vor wie am ersten Tag…😖

Kleiner Oskar, du bist wirklich perfekt!💙

Alle da!

Gestern ist mir etwas wichtiges aufgefallen, als ich Hannahs Zähne geputzt habe: Der letzte noch fehlende Backenzahn ist da! Mit 25 Monaten ist ihr Milchgebiss nun vollständig!👍🏻

Würde sie doch nur in allen Bereichen solche Fortschritte machen… Das Thema „Sprechen“ macht mir immer noch Sorgen. Zwar kommen immer wieder neue Wörte hinzu (z.B. „Eule“, „Pilz“, „Erdbeere“, „Breze“, „Spinne“, „eine Hunger“), dafür scheinen andere wiederum aus ihrem Wortschatz wieder zu verschwinden. Wieder andere Wörter spricht sie so seltsam bzw. quasi unkenntlich aus, dass man sie eigentlich nicht versteht („Adawe“ soll „ein Stern“ sein, „Gagel“ ist immer noch der „Vogel“). Ich bräuchte da wirklich mal einen richtigen Durchbruch, nicht nur Eintagsfliegen…

Nachdem Hannah derzeit störrisch wie ein Esel ist und schlecht schläft, hoffe ich auf einen Entwicklungsschub. Drückt uns die Daumen!

Zuckerhochzeit

Am 4. Juni 2011 haben mein Mann und ich geheiratet. Sechs Jahre später leben wir im Eigenheim mit zwei bezaubernden Kindern.💕

Früher haben wir unseren Hochzeitstag richtig gefeiert, wir sind Essen gegangen und haben uns etwas geschenkt. Das heutige Highlight bestand darin, dass wir Pizza geholt haben und mein Mann abends statt fernzusehen die Spielekonsole heißlaufen lassen durfte, während ich im Hintergrund geschlafen habe.🙈 Die Zeiten ändern sich eben. Aber wenn die Kinder etwas älter sind und wir endlich einen Babysitter haben, dann wird es auch wieder romantischer.😉

Bescheuert oder was?!

Mein Mann, die Kinder und ich haben heute gestern das schöne Wetter ausgenutzt und waren im Freibad. Es war bereits das zweite mal und es gefällt uns dort sehr gut, das Bad ist nicht überlaufen, der Kleinkindbereich ganz neu und man kann den Ausblick auf ein schönes Alpenpanorama genießen.

Während Hannah mal wieder ewig die „Gakel“ besetzen musste und mein Mann mit bewundernswerter Ausdauer die Nestschaukel immer wieder anschubste, saß ich mit Oskar im Babybecken. Natürlich strahlte mein Bub mal wieder alles und jeden an, sodass ich mit einer Mutter ins Gespräch kam. Zunächst war es auch sehr nett, sie betonte, dass er ein echter Strahlemann sei, was ich nur bestätigen konnte. Doch dann ging es los, er sei ja schon sehr proper (schön mit Gestik und Mimik (aufgeblasene Backen) unterstrichen). Gut, das stimmt, das kann ich wirklich nicht bestreiten, aber damit wäre es dann auch mal gut gewesen. „Er hat ja riesige Hände! So breit!!! Und einen großen Kopf! Und jetzt sehe ich es erst, die Füße sind ja auch so groß!“ Und das in einem Tonfall, als hätte sie gerade einen Mutant gesichtet. Alte, mach mal halblang! Das ist mein Baby, den liebe ich über alles und in meinen Augen ist er wunderschön, da will ich auf keinen Fall, dass jemand so tut, als hätte er gerade irgendetwas absolut sonderbares gesichtet! Oskar hat mich völlig irritiert angeschaut, als hätte er mitbekommen, dass es um ihn geht. Dass die Frau aber irgendwie seltsam war, zeigte sich dann: „Woher hat er das nur, Ihr Mann ist doch gar nicht so groß! Aber obwohl, Sie sind dafür groß!“ Ähm ja. Mein Mann ist 1,90m und ich bin 1,60m… „Bescheuert oder was?!“ wäre eine angemessene Reaktion gewesen.